Feiertag für Domaingrabber in DE

Oktober 23rd, 2009

Der heutige Freitag ist ein denkwürdiges Datum. Genötigt durch das Urteil eines der höchsten Deutschen Gerichte hat die DeNIC eG beschlossen, die letzten Schranken nieder zu reißen und nun auch Domains wie 00.de oder 0815.de zu registrieren.

Das allein ist allerdings noch kein besonders großes Problem.

Das Problem ist, dass mal wieder (bis auf wenige Ausnahmen) nicht die Interessenten eine Domain registriert haben, die z.B. durch 00 oder 0815 passend charakterisiert werden könnten. Nein, mal wieder haben in erster Linie windige Geschäftemacher das Rennen gewonnen. Mal wieder - Juristen … also passt es vielleicht bezüglich der oben genannten Beispiele trotzdem irgendwie. ;-)

“Wenn es keinen Rechtsstreit gibt, an dem ich verdienen kann, dann schaffe ich eben selbst einen solchen …”

Ralph Lehmann * IT-Service

Fehler im AdWords Editor 7.5.2 beim “Letzte Änderungen herunterladen”

Oktober 5th, 2009

Seit einiger Zeit gibt es im Editor die Möglichkeit, beim Herunterladen von Änderungen auszuwählen, ob dies für alle oder nur einige Kampagnen geschehen soll. Doch offenbar ist diese erweiterte Funktionalität nicht ganz sauber implementiert worden.

Denn nach dem Herunterladen der Änderungen für eine ausgewählte Kampagne führt eine spätere Anforderung der Änderungen für alle Kampagnen dazu, dass der Editor nicht nur die Änderungen herunterlädt. Vielmehr werden alle Kampagnen komplett heruntergeladen, was dazu führt, dass sämtliche nur offline gespeicherten Elemente (z.B. alle Kommentare) über den Jordan gehen.

Der Schaden kann nur durch die Wiederherstellung des AdWords Editor Profils aus einem Backup behoben werden. Aber Sie machen doch Backups, oder?! ;-)

Ralph Lehmann * IT-Service

[Update] Gerade E-Mail vom Google-Support erhalten. Verhalten ist angeblich beabsichtigt … ich glaub’s einfach nicht.

454.000 Treffer können nicht lügen - oder doch?

September 24th, 2009

Fragt man Google nach folgendem Fragment “Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 12.05.1998″, stößt man auf eine Liste von ca. 454.000 Seiten, die folgenden Text als so genannten Disclaimer enthalten:

Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 12.05.1998 entschieden, dass der Herausgeber einer Webseite durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten haben kann. Dies könne dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Wir haben auf unseren Seiten Links zu anderen Seiten im Internet gelegt. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten haben. Deshalb distanzieren wir uns hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer gesamten Website inkl. aller Unterseiten.

Erstaunlich. Zum einen ist dieses Urteil nie rechtskräftig geworden, zum anderen hat das Gericht in seinem Urteil gerade festgestellt, dass man sich durch die Anbringung eines solchen Disclaimers eben NICHT aus der Haftung herauswinden kann.

Manche Gerüchte sind halt nicht auszurotten.

Ralph Lehmann * IT-Service

Selbstzensur

September 20th, 2009

Heute hatte ich ein Date mit einem Menschen, der sich wie ich ebenfalls für das Schachspiel interessiert. Wir verabredeten uns, einige Partien über die Plattform remoteschach.de zu spielen.

Dummerweise hat mein Mitspieler bei remoteschach einen Benutzernamen gewählt, der einigen Zeitgenossen nicht wirklich schmeckt: “Taliban”. Der Betreiber von remoteschach hat deshalb einfach so und ohne Vorwarnung das Konto des Taliban gelöscht und die laufenden Spiele gleich dazu. Eine Benachrichtigung an mich oder an den Taliban gab es leider nicht.

Hauptsache, nicht anecken. Hauptsche, nicht unangenehm auffallen …

Ralph Lehmann * IT-Service

Lästige Werbung filtern mit AdBlock plus

September 15th, 2009

Feuerfuchs-Anwender haben den unschätzbaren Vorteil, ihren Browser durch zahlreiche Anbauten aufwerten zu können. Gerade in Bezug auf lästige Bannerwerbung geht es derzeit nicht ohne.

An welchen Schrauben genau gedreht werden muss, wird hier beschrieben.

Ralph Lehmann * IT-Service

Thunderbird - Gelöschte Nachrichten wiederherstellen

September 13th, 2009

Site: ralph-lehmann.de
Thema: Thunderbird - Gelöschte Nachrichten wiederherstellen
Datum: 13.09.2009
Inhalt: Kurzbeschreibung und Flash-Film

Thomas Jurk und das Grundgesetz

August 8th, 2009

Bald ist in Sachsen Landtagswahl, ich habe mich deshalb genötigt gesehen, dem Spitzenkanditaten der SPD (schließlich war ich bisher Stammwähler dieser Partei!) auf abgeordnetenwatch.de folgende Frage zu stellen:

Sehr geehrter Herr Jurk,

in einen Chatprotokoll auf www.freiepresse.de habe ich folgende Frage eines Teilnehmers und Ihre darauf folgende Antwort entdeckt:

————- %< ———————————–
(Gast208) Wieso schränkt die SPD die einfachsten Grundrechte durch die (wirkungslose) Internet-Zensur des Zugangserschwerungsgesetztes ein? Für mich verstößt die SPD damit gegen das Grundgesetzt!

Thomas Jurk: Hallo lieber “Pirat”. Wenn wir gegen das Grundgesetz verstossen, weil wir Pädophilen unmöglich machen kinderpornografische Bilder aus dem Internet herunterzuladen, dann nehme ich das in Kauf. Ich persönlich hoffe darauf, dass wir das Problem lindern, wenn wir den Kunden von Kinderpornografie das Leben schwerer machen. Wenn deshalb irgendwo auf der Welt nur ein Kind nicht zu pornogrfischen Bildern mißbraucht wird, hat sich das gelohnt.
————- >% ———————————–

Sie haben somit dargelegt, dass bei der Bekämpfung von Straftaten (wie etwa der Kinderpornografie) das Grundgesetz Ihrer Ansicht nach verletzt werden darf, wenn die zu verfolgende Straftat eine gewisse Schwere erreicht.

Ich gehe davon aus, dass ich Sie in dieser Sache richtig verstanden habe, weil sowohl die Frage als auch die von Ihnen geäußerte Antwort eigentlich keine Zweifel zulassen.

Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie einen Verstoß gegen dass Grundgesetz auch dann hinnehmen würden, wenn zwar eine andere Straftat zu verhindern oder zu verfolgen wäre, deren potentielles Strafmaß aber mindestens ebenso hoch oder höher wäre? Also z.B. schwere Steuerhinterziehung, bandenmäßiger Betrug, Mord, Todschlag etc.?

Oder habe ich Sie falsch verstanden, weil Sie einen Verstoß gegen das Grundgesetz nur im Falle der Verfolgung von Kinderpornografie in Kauf nehmen würden?

Vielen Dank schon jetzt für Ihre Antwort!

Ralph Lehmann

Wenn Sie diese Äußerungen lesen, befällt Sie vielleicht auch ein gewisses Unbehagen. Aber vielleicht irren wir uns alle, und der Herr Jurk ist genauso ein lupenreiner Demokrat wie dieser ehemalige russische Präsident!!

Finden Sie es heraus! Stellen Sie Thomas Jurk auf abgeordnetenwatch.de Fragen zu seinen das Grundgesetz relativierenden Äußerungen.

Bitte möglichst zahlreich. ;-) Vielen Dank!

Ralph Lehmann - IT-Service

P.S.: Super Postings dazu gibt’s bei Heise, z.B. das hier … nein, lustig ist das nicht.

Für Freunde und Bekannte: Wenigstens meinen Namen solltet Ihr kennen und

Juli 25th, 2009

diesen nicht als Ralf Lehmann in Eure Adressbücher speichern! Bitte deshalb nach Ralph Lehmann suchen, falls Ihr mich wirklich finden wollt. Und das wollt Ihr doch, oder?

Ralph Lehmann * IT-Service

Die Achse der Kinderschänder schlägt zurück!

Juli 14th, 2009

Nein, wir haben hier in Deutschland natürlich keinen G.W. Bush, auch keinen ehemaligen. Deshalb haben wir auch keine “Achse des Bösen”. Aber wir haben Zensursula.

Und wir haben eine Achse der Kinderschänder, also Staaten, die in ihren Gesetzen nicht direkt auf das Problem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie eingehen. Und das ist, so meint jedenfalls die Zensursula, auch der Grund, warum man mit dem Versuch der Entfernung einschlägiger Websites im Ausland keine Zeit verschwenden sollte. Staaten wie zum Besispiel Indien würden die Veröffentlichung von Kinderpornografie schließlich nicht explizit verbieten.

Heute nun hat sich die indische Botschaft zum Thema geäußert und die Darstellungen der Zensursula entschieden zurückgewiesen.  Mit Recht.

Denn in Indien ist der Missbrauch von Kindern implizit verboten, genauso, wie es in Deutschland implizit verboten ist, den eigenen Chef erst zu schlagen, dann zu bespucken und schließlich mit einer Panzerfaust in Stücke zu reißen. Implizit. Und kein anderes Land regt sich darüber auf, warum Deutschland für einen solchen Spezialfall kein besonderes Gesetz erlassen hat.

Aber was soll’s - warten wir auf die nächste Forderung der Zensursula (diesmal z.B. an den Vatikan), den gleichzeitigen Gruppensex von mehr als 4 Mönchen mit mehr als 5 Nonnen im Stadtpark bei Sonnenschein unter Strafe zu stellen, falls dabei Kondome verwendet werden, die nicht in Deutschland hergestellt wurden.

Ralph Lehmann * It-Service

Domänenjagd - und was ich heute alles nicht registriert habe.

Juli 13th, 2009

Hallo, und erst einmal willkommen in meiner neuen Kategorie, die mit Computer, Internet & Co. auf den ersten Blick gar nichts zu tun hat. Vielmehr dagegen mit Politik, und natürlich auch mit Symbolpolitik.

Warum eine neue OT-Kategorie in einem IT-Blog? Weil ich vor wenigen Stunden, einfach so, aber voll im Zorn, wieder mal nach freien Domains recherchiert habe. Nach Domains, die schon im Namen deutlich machen, dass etwas stinkt in diesem Land, und dass es einem wesentlichen Teil unser Abgeordneten nicht darum geht, zum Wohle unseres Landes zu handeln.

Vielmehr geht es um den eigenen Sessel im Parlament, um Macht. Um genau darüber zu polemisieren, bin ich auf die Suche gegangen nach einer hierzu passenden Domain. Und habe letztendlich meinen spontanen Entschluss nicht in die Tat umgesetzt.

Warum?

1. Heute ist Montag, auf der ARD läuft das Magazin Fakt. Wie wäre es mit fucked.de?  Reizvoll, die Domain ist allerdings schon vergeben - an einen Anbieter, der wirklich meint, was der Domänenname zum Ausdruck bringt.

2. http://symbolpolitik.info ist tatsächlich noch frei. Ja, wirklich, obwohl mein Provider der Meinung ist, ich hätte mich vertippt.  Wie lange noch? Vielleicht kommt ab 1. August beim Aufruf dieser URL ja das Stoppschild der Zensursula, weil es nicht sein kann, dass das Stimmvieh ungefragt die ruhmreichen Aktionen der Regierung in Frage stellt.  Also lasse ich das besser, man kann ja in diesem Land schon deshalb als Kinderschänder eingestuft werden, weil man einen freien DNS-Server zur Namensauflösung benutzt.

Übrigens, sollten Sie, lieber überwachter, zensierter, generalverdächtigter Leser einen der Namen Berg oder Fischer tragen - ich kann es nicht ändern.  Was gesagt werden muss, wird gesagt.

3. musste ich mich in der Vergangenheit davon überzeugen lassen, dass in der Praxis Domainnamen rein gar nichts mit Inhalten zu tun haben. Ein Beispiel: Was glauben Sie verbirgt sich hinter usenet-verwaltung.de? Der Verwalter von Newgroups, die ordnende Hand wider die Trolle? Eher nicht. Nur jemand, der bewiesen hat, dass man auch als Henker eine Donain registrieren kann, die an GeburtshelferInnen denken lässt.

Ralph Lehmann * IT-Service